LW 121.02.2018 Vertreter der (wvr) und des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV) trafen sich kürzlich zu einem regen und konstruktiven Austausch zum Thema „Nitrateinträge ins Grundwasser“. An dem Treffen nahmen seitens des BWV die Kreisvorsitzenden Ludwig Schmitt (Mainz-Bingen) und Holker Pfannebecker (Alzey Worms) sowie Bezirksgeschäftsführer Friedrich Ellerbrock teil, für die wvr sprachen Geschäftsführer Ronald Roepke und Dr. Klaus Hoffmann. 

 

Anlass zu dem Treffen war ein Artikel der AZ (vom 30.08.17) und ein Bericht in der wvr-aktuell 2017. Darin hatte die wvr aufgezeigt, dass es ernstzunehmende Probleme mit Nitrat und Pflanzenschutzmittelrückständen in ihren oberflächennahen Gewinnungsanlagen (Quellen und Brunnen), insbesondere in Ingelheim gebe. Die Folge sei ein erheblicher  Kostenaufwand, nitratarmes Wasser aus Guntersblum quer durch Rheinhessen zu pumpen, um es in Ingelheim mit nitrathaltigem Wasser zu mischen.

Deshalb prüft die wvr zur Zeit, ob es zur Verbesserung der Rohwasserqualität sinnvoll ist, im Wassereinzugsgebiet ihrer Ingelheimer Brunnen eine landwirtschaftliche Kooperation zu initiieren.

Die landwirtschaftlichen Vertreter führten an, dass in den Veröffentlichungen auf die grundlegenden regionalen Besonderheiten in Rheinhessen als niederschlagsarmes Trockengebiet mit geringer Grundwasserneubildung und mit niedrigem Viehbestand nicht eingegangen worden sei. Sie signalisierten die grundsätzliche Bereitschaft zur Unterstützung einer landwirtschaftlichen Kooperation und stellten heraus, dass ein angemessener Düngereinsatz zur Erzeugung marktgerechter Produkte unverzichtbar sei.

Aufgrund der besonderen klimatischen und geogenen Verhältnisse sei es dabei wichtig, den richtigen Zeitpunkt zu finden, wann eine optimale Düngegabe praktikabel ist, damit ein möglichst effizienter Einsatz des Düngers ermöglicht wird und gleichzeitig die potentielle Verlagerung von Nährstoffen in den Untergrund minimiert wird.

„Dazu ist insbesondere das Messwesen im Hinblick auf kleinräumig belastbare Wettervorhersagen zu verbessern“, so BWV-Kreisvorsitzender Schmitt. Dies sei Voraussetzung dafür, dass vom Landwirt der richtige Zeitpunkt gewählt werden kann, um kurzfristig und gezielt optimale Dünge- und Pflanzenschutzmittel einzusetzen.

Hierzu zählt zum Beispiel auch die Möglichkeit, durch den Bau von Lysimetern, bessere Aussagen über die Quantität und Qualität des Sickerwassers zu erhalten.

„Nicht zuletzt die neue Düngeverordnung lenkt unseren Blick noch stärker auf eine bestmögliche Düngeplanung“, verdeutlicht Pfannebecker die Sensibilität der Landwirtschaft gegenüber den angesprochenen Herausforderungen.

Ein weiteres Thema war die Möglichkeit, Beregnungswasser zur Verfügung zu stellen, um die im Sommer immer häufiger auftretenden Trockenphasen auszugleichen.

Beide Seiten waren sich einig, ein gemeinsames Ziel zu verfolgen:

Durch optimierten und passgenauen Dünger- und Pflanzenschutzmitteleinsatz gilt es, die Pflanzen- und Tierwelt, aber auch insbesondere das Trinkwasser zu schützen. Somit können alle Beteiligten auch unnötige Kosten vermeiden.