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Ab dem vergangenen Dienstag haben die Betonierarbeiten der 4. Kammer am Haupthochbehälter Wintersheim begonnen. Seit 15. Dezember 2017 war das Baufeld vorbereitet, um die Bodenplatte zu betonieren. Hierfür war eine frost- und regenfreie Periode notwendig, um eine, für die Wasserqualität unabdingbar, einwandfreie Betonfläche zu garantieren. Dies war bisher nicht gewährleistet.

 

Nach dieser langen Phase des wetterbedingten Stillstands wurden nun zwei Mischwerke für die ausführende Firma „Hans Schneider Bauunternehmungen“ in Anspruch genommen. Ab 5.00 Uhr morgens rollten für rund 14 Stunden 165 LKW auf die Baustelle um die Bodenplatte zu betonieren.

Ronald Roepke, Geschäftsführer der wvr, freut sich, dass es nun weiter geht:

„Eine sichere und zuverlässige Wasserversorgung ist Lebensgrundlage für unsere Kunden und auch für die gesamte Region.

An dieser strategisch wichtigen Position, hier in Wintersheim, werden wir daher unsere Kapazität nahezu verdreifachen. Die voraussichtlichen Herstellungskosten dafür liegen bei 4,1 Millionen Euro. Das ist für uns schon ein richtig großes Projekt, das viele personelle und finanzielle Ressourcen in den nächsten Jahren bindet, aber es bringt für unsere rund 230.000 direkt versorgten Kunden in Richtung Versorgungssicherheit einen entscheidenden Mehrwert.

Von der Baumaßnahme profitiert auch die VG Kirchheimbolanden. Fließen doch auch über 320.000 m³/Jahr nach Ilbesheim, Stetten, Rittersheim, Bischheim und Kirchheimbolanden.

Über unsere Großkunden, den Stadtwerken Bingen, der Rheinhessischen Energie- und Wasserversorgungs-GmbH Ingelheim und dem Eigenbetrieb der Verbandsgemeinde 

Wöllstein profitieren sogar insgesamt etwa 300.000 Menschen von dieser Maßnahme“.

Die Inbetriebnahme des Behälters ist zum Frühjahr 2019 vorgesehen.

 

 

Faktencheck/Hintergrundinfos:

 Ursachen für gestiegenen Spitzenbedarf:

Strategische Bedeutung des Hochbehälterstandortes:

Techn. Daten / zeitl. Ablauf Maßnahme:

Betonmenge für das Bauwerk:

Insgesamt 2.900 m³ Beton notwendig, die durch 362 LKW-Ladungen (8m³/LKW) auf das Gelände gebracht werden müssen

Bodenplatte am 17.04.18: (1.320 m³ oder rund 165 LKW)

Wände, Decken, Stützen, Attika (1.580 m³)

 Warum einwandfreie Betonqualität und Einschränkungen frost- und regenbedingt?

- Witterungsbedingte Voraussetzung für eine qualitativ hochwertige Bodenplatte:

Keine Frosteinwirkung, kein Niederschlag

1. Phase: Abbinde/Erhärtung

Für den Abbinde- bzw. Erhärtungsprozess (= chemischer Prozess) ist ein definiertes Wasser-Zement-Verhältnis von Bedeutung (WZ ≤ 0,5).

Weist ein Beton einen zu hohen WZ-Wert auf, wirkt sich dies auf die Betoneigenschaften aus. Überschüssiges Wasser kann nicht gebunden werden und wandert auf Grund der relativen Luftfeuchtigkeit an die Oberfläche. Bindet der Zement beim Erhärten nicht sämtliches Wasser, verdunstet es später im Gefüge und schafft Kapillarporen. Die Folgen sind Festigkeitsabnahme, Schwindverhalten und Bluten (Absondern von Wasser an der Oberfläche) des Betons.

Feinstanteile aus dem Wasser-Zement-Gesteins-Gemisch werden an die Oberfläche transportiert und lagern dort ab (Entmischung der Rezeptur).

Frosteinflüsse haben ebenfalls Auswirkungen auf den Abbindeprozess insoweit, als dass das Wasser gefriert und nicht in der gewünschten Form zur Verfügung steht; auch wenn Temperarturentwicklung beim Abbindeprozess dem Frosteinfluss entgegensteht.

2. Phase: Nachbehandlung

Nach Erreichen der oberflächennahen Anfangsfestigkeit erfolgt eine sogenannte Flügelglättung, wodurch eine besonders glatte und feste Oberfläche entsteht. Während und nach diesem Arbeitsschritt ist eine trockene Witterung unerlässlich.

 3. Fazit

Erhöhter Wasseranteil und Frosteinflüsse führen im Ergebnis zu einer geringeren Oberflächenhärte und somit zur Verringerung der Langlebigkeit des Bauwerks (Lastfall: Hydrolyse). Um die vorbeschriebenen Phasen sachgerecht ausführen zu können, ist eine ausreichend lang andauernde "gute Wetterlage" erforderlich. Für die Bodenplatte des HHB Wintersheim sollte der Zeitraum drei Tage betragen.