Logo klein10.10.2018  Können Sie sich vorstellen, morgens nach dem Aufstehen, beim Aufdrehen des Wasserhahns, kein Wasser zur Verfügung zu haben? Noch ein Toilettengang und der Spülkasten bleibt leer? Nach dem Frühstück: Zähneputzen muss ausfallen? Ein ganzer Tag ohne Wasser? In unseren Breiten eigentlich unvorstellbar. In Südeuropa, Südafrika oder den USA, nicht nur in Kalifornien, an der Tagesordnung.

 

So haben die USA unter der Präsidentschaft von Obama wegen des schlechten Zustandes ihrer Wasserinfrastruktur die Versorgungssicherheit sogar zur nationalen Aufgabe gemacht. Seit nunmehr vier Jahren veranstaltet die US Water Alliance (eine nationale Wasser-Organisation) einen "Wasser-Aktionstag". In diesem Jahr am 10. Oktober soll auf die dortigen z. T. maroden Versorgungssysteme aufmerksam gemacht werden, mit dem Ziel mehr in Wasserversorgungsanlagen zu investieren. Von solchen Szenarien sind wir in Deutschland und Rheinland-Pfalz weit entfernt. Trotzdem hat uns der langanhaltende heiße Sommer wieder vor Augen geführt, wie wichtig es ist, kontinuierlich in die Wasserversorgungsanlagen zu investieren.

Hier arbeitet die wvr tagtäglich intensiv daran, sich den ständig neuen Herausforderungen der Wasserwirtschaft, wie z. B. Krisenmanagement, Notfallversorgung und Infrastrukturerhalt, zu stellen. Dies verdeutlicht unter anderem die Großbaustelle in Wintersheim. Dort wird zur Verbesserung der Versorgungssicherheit die Behälterkapazität von derzeit 7.000 m³ auf über 20.000 m³ (dem Tagesbedarf an einem „Normaltag“) erhöht, bei einem Investitionsvolumen von 4,1 Mio. Euro. 

Hierzu passend stellt der Bürgermeister der VG Bodenheim, Herr Dr. Robert Scheurer als zuständiger Dienstherr der Feuerwehren in seiner VG, treffend fest, dass die Feuerwehren ohne ein funktionierendes Leitungsnetz des Wasserversorgers, ganz schnell an ihre Kapazitätsgrenze, was das Löschwasser angeht, stoßen würden: "So könnten wir im Brandfall nicht unverzüglich auf die gesicherten 48 m³ pro Stunde in einem Wohngebiet bzw. 96 m³ pro Stunde Löschwasser in einem Gewerbegebiet zurückgreifen. Dann stünden wir bei den uns zur Verfügung stehenden Löschtanks, nach kurzer Zeit auf dem Trockenen. Was mit einem kompletten Verlust des zu löschenden Objektes oder einer Gefahr für Leib und Leben einhergehen würde".

"Deshalb sollte auch in Deutschland den Leistungen der Wasserwirtschaft noch mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden, auch wenn wir im Vergleich zu anderen Ländern von einem "water-black-out Szenario" weit entfernt scheinen," fordert Ronald Roepke, wvr - Geschäftsführer und wasserpolitischer Sprecher des LDEW (Landesverband der Energie- und Wasserwirtschaft).

weiterführende Informationen: 

  • Pressemitteilung des LDEW (PM 09.10.2018)  
  • www.imagineadaywithoutwater.org