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13.11.2018 „Gasaustritt auf dem Gelände der Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz GmbH (wvr) in Bodenheim - Menschenleben in Gefahr“, so lautet eins der angenommenen Szenarien, das am vergangenen Dienstagabend gegen 19:00 Uhr den Auftakt zu einer großen Einsatzübung gab.

Die Freiwillige Feuerwehr Bodenheim – Nackenheim unter der Einsatzleitung von Wehrführer Oliver Hochhaus und die Gefahrstoffgruppe der VG Bodenheim haben unter der Leitung von Bodo Balbach (Leiter der Gefahrstoffgruppe) mit rund 40 Akteuren den möglichen Notfall geprobt, um sämtliche Arbeitsabläufe zu überprüfen.

Für die Authentizität der Gefahrensituationen simulierten ein realer Mime sowie zwei Dummys mehrere Arbeiter, die nach einem Ozonalarm aus der Wasseraufbereitungsanlage verletzt aus über 5 Meter Höhe geborgen werden mussten. Beginnend mit der Koordination einzelner Arbeitsschritte und der Festlegung der Flucht- und Rettungswege, galt es die Kommunikationsstrukturen und sicherheitstechnische Fragen abzugleichen. Um die Einsatzübung als Herausforderung der besonderen Art zu gestalten, inszenierte Herr Balbach zusätzlich zwei weitere „Lagen“, die kurz hintereinander geschaltet wurden. So wurde der Umgang mit auslaufendem Gefahrstoff geprobt und eine weitere Höhenrettung simuliert. Das dabei eingesetzte Einsatzfahrzeug mit Drehleiter und Korb sorgte dafür, dass der als Beobachter anwesende Bodenheimer VG Bürgermeister, Dr. Robert Scheurer, aus dem Sitzungssaal im obersten Stockwerk sicher gerettet wurde.

Jede Institution hat ihren Notfall - Maßnahmenplan vorliegen, so natürlich auch die wvr. Aber erst die Praxiserprobung zeigt, ob alle theoretischen Annahmen zutreffen, oder wo noch einzelne Betriebsabläufe optimiert werden können.

Herr Ronald Roepke, Geschäftsführer der wvr, betont, dass es in der Historie noch nie zu einem ernsthaften Zwischenfall bei der wvr gekommen ist und er sich naturgemäß wünscht, dass dies auch so bleibt. Er weiß zugleich die Einsatzfähigkeit und das Engagement der Freiwilligen Feuerwehren sehr zu schätzen, die im realen Notfall auch ihr Leben für andere riskieren. Diesen Worten konnte sich auch Herr Dr. Robert Scheurer nur anschließen und sprach von einer typischen win-win-Situation. „Das war für die wvr eine gute Gelegenheit zu schauen, ob alle Gegebenheiten passen und für die Einsatzkräfte können Ortskenntnisse entscheidende Minuten bedeuten, die einer sicheren Brandbekämpfung oder Menschenrettung zu Gute kommen.“

Faktencheck:

- Ozon kommt bei der Trinkwasseraufbereitung in Bodenheim zum Einsatz.

- Es dient zur Oxidation von unerwünschten Inhaltsstoffen und zur Desinfektion

- Ozon ist ein nervenreizendes Gas, das fast doppelt so schwer wie Sauerstoff ist und daher bei Austritt an den Boden sinkt

- Das im Wasser gelöste Ozon wird im weiteren Aufbereitungsprozess vollständig abgebaut.

- wvr Mitarbeiter sind durch intensive Sicherheitsschulungen im Umgang mit Ozon betraut, halten Masken/Filter-Kombinationen vor

- Mit speziellen Ozonsonden wird eine kontinuierliche Überwachung sichergestellt

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