Förderbescheid Übergabe durch Dr. Griese

22.11.2018 Die Funktionsfähigkeit einer modernen Gesellschaft ist von störungsfreien Abläufen in verschiedenen Infrastrukturbereichen abhängig. Bei deren Beeinträchtigung oder gar einem Ausfall, könnten Versorgungsengpässe zu erheblichen Störungen der öffentlichen Sicherheit führen oder andere dramatische Folgen haben. 

Die Wasserversorgung ist einer der sogenannten KRITIS-Sektoren (Sektoren der Kritischen Infrastruktur), deren Dienstleistungen für eine sichere Versorgung der Bevölkerung lebenswichtig und somit schützenswert sind. 

Daher hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) als Organisationselement für die Zivile Sicherheit, einen Leitfaden zur „Sicherheit der Trinkwasserversorgung – Teil 1: Risikoanalyse“ erarbeitet. Hierin werden praxisnahe Handlungsempfehlungen zur Risikoanalyse für Wasserversorgungsunternehmen (WVU) zur Identifizierung und Bewertung von Schwachpunkten in deren Versorgungsinfrastruktur bei außergewöhnlichen Gefahrenlagen gegeben.

Unter der Leitung und Förderung des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten (MUEEF) wird dieser Leitfaden jetzt in Rheinland-Pfalz in einem Pilotvorhaben mit der wvr sowie drei weiteren Wasserversorgern (WVZ Maifeld-Eifel, VGW Winnweiler, VGW Selters) Anwendung finden. Mit einer Laufzeit von einem Jahr führt jedes WVU mit der Unterstützung eines regionalen Ingenieurbüros eine Risikoanalyse für ihr Versorgungsgebiet durch. Die wvr bedient sich der Expertise von Herrn Prof. Dr.-Ing. Roth, Beratender Ingenieur aus Bad Ems.

Den Start des Pilotprojekts leitete Staatssekretär Dr. Thomas Griese im MUEEF am vergangenen Dienstag in Mainz mit der Übergabe der Förderbescheide ein.

Christoph Unger, Präsident des BBK, begrüßt das Projekt mit Blick auf die wachsende Gefahrenlage für kritische Infrastrukturen und setzt dementsprechend auf praxisnahe Notfallpläne.  Ebenso sieht Ronald Roepke, Geschäftsführer der wvr, in der Zusage der Fördermittel „den  Auftakt zur Etablierung eines stringenten Risikomanagementsystems zur Verhinderung bzw. Minimierung der Gefahren für die Versorgungssicherheit.“

Auch die Presse hat über das Projekt berichtet: Artikel vom 21.11.2018 im Öffentlicher Anzeiger (Mit freundlicher Genehmigung der Rhein-Zeitung abrufbar): Wie sicher ist unser Wasser?  

Teilnehmer Pilotprojekt Kritis MUEEF 1

Faktencheck:

- Die neugefasste Förderrichtlinie Wasserwirtschaft des MUEEF trat am 22. Januar 2018 in Kraft.

- Laut der Umweltministerin U. Höfken ist die Förderrichtlinie ein wichtiges Instrument, um den Gewässerzustand im Land weiter zu verbessern und Anreize für innovative Vorhaben zu setzen.

- Die Förderrichtlinien Wasserwirtschaft sind im Land seit vielen Jahrzehnten etabliert.

- 2018 stehen rund 100 Millionen Euro für Maßnahmen bereit, das Land unterstützt das beschriebene Projekt mit 122.500 €, die Pilotprojektkosten der wvr betragen 25.000 € und werden zu 90 % vom MUEEF gefördert.

- Folgende Szenarien werden untersucht: Stromausfall, kompletter Ausfall der IT, Komplettausfall einer (wichtigen) Anlage und Starkregen/Hochwasser