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„Bei aller Kritik, die Maßnahmenkette, die bei dem Störfall in der Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz ausgelöst wurde, hat gegriffen und im Ergebnis funktioniert“, fasst Geschäftsführer der wvr, Ronald Roepke, zusammen.

Die vorsorgliche Abkochanordnung, die am 11.04.19 von der Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz GmbH (wvr) ausgerufen worden war, hat bei unseren Kunden trotz alledem Fragen aufgeworfen, denen wir uns selbstverständlich stellen.  

 

Was ist passiert?

Bei einer routinemäßigen Untersuchung von Trinkwasser am Hochbehälter Ober-Hilbersheim wurden coliforme Keime und ein Escherichia Coli (E. Coli) pro 100ml festgestellt.

 

Was genau bedeutet das?

Ein E. Coli ist ein Indikatorkeim und muss selbst keine Krankheiten verursachen. Mit dem Nachweis von E. Coli besteht die Möglichkeit, dass Krankheitskeime vorhanden sein können. Aus Vorsorgegründen musste daher eine Abkochanordnung erlassen werden.

 

Wer entscheidet über solche Maßnahmen?

Die wvr hat einen Notfall-Maßnahmenplan der fallorientiert Handlungsanweisungen vorgibt. In unserer Situation vom 11.04.2019 wurde, in Absprache mit den zuständigen Gesundheitsämtern, die weitere Vorgehensweise bestimmt. Mit den Gesundheitsämtern stand die wvr während der gesamten Zeit in engem Kontakt.

Trinkwasser ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel. In der sogenannten Trinkwasserverordnung werden bestimmte Schutzvorschriften festgelegt, um die einwandfreie Qualität des Trinkwassers zu gewährleisten. Als Grenzwert für Escherichia Coli wird dort 0 angegeben. Bei der Probe wurde ein Wert von 1 E. Coli pro 100ml festgestellt. Demnach war ein konsequentes Handeln in dieser Situation unabdingbar. Die wvr hat entsprechend dem Maßnahmeplan agiert, der in der Trinkwasserverordnung für solche Fälle vorgegeben wird.

 

Von welchen Maßnahmen sprechen wir?

Der erste Schritt bestand in dem Erlass einer Abkochanordnung und deren Publikation. Der Hörfunk, die Presse, sensible Einrichtungen in den betroffenen Ortschaften wurden angerufen und per Mail informiert. Zusätzlich wurde am späten Nachmittag durch unser wvr Team in den betroffenen Orten auch die Nachricht ausgerufen.

Die Meldung über die Katwarn-App wurde durch die jeweiligen Kreisverwaltungen geschaltet. Dass die Abstimmung hinsichtlich der Verteilung und der Sprachregelung eher zur Verwirrung führte, da komplette Landkreise alarmiert wurden, ist sicherlich der Tatsache geschuldet, dass unser Maßnahmenplan bis dato in der Theorie bestand, aber jetzt erst seine Praxistaufe erlebte. Das bedeutet, wir lernen aus der Situation und werden in naher Zukunft mit allen externen Entscheidungsträgern unsere Schnittstellen überprüfen und exaktere Regelungen definieren.

 

Direkte Vor-Ort-Maßnahmen gab es auch:

Die wvr hat zeitgleich sofort Gegenmaßnahmen eingeleitet. Der betroffene Hochbehälter Ober-Hilbersheim wurde sofort vom Netz genommen und eine Kammer des Hochbehälters entleert, gereinigt und desinfiziert. Im verdächtigen Netzabschnitt wurde eine Notchlorung eingeleitet.

Noch am gleichen Tag hat das Gesundheitsamt weitere 13 Proben entnommen, um den positiven Befund zu überprüfen und gegebenenfalls weiter einzugrenzen. Bis Untersuchungsergebnisse vorliegen beansprucht dies eine gewisse Zeit, da dafür im Labor eine Kultur angelegt werden muss. Aus diesem Grund musste für diesen Zeitraum die Abkochanordnung bestehen bleiben.

 

Entwarnung

Nachdem am Samstag, den 13.04.2019 alle Proben keine Befunde aufzeigten, konnte, in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern, Entwarnung gegeben und die Abkochanordnung zurückgenommen werden.

 

Ursachenforschung

Wo nun genau die Ursache dieses positiven Befunds liegt, konnte im Nachhinein nicht genau festgestellt werden. Bei den Bauarbeiten an der Transportleitung Ingelheim – Wörrstadt wurde professionell und sauber gearbeitet. Dementsprechend geht die wvr nicht davon aus, dass hier ein Keim in das Trinkwasser eindringen konnte.

Inwiefern auch die Probenahmen oder die Untersuchungen zu Fehlermeldungen führen könnten, sind vorerst noch Vermutungen.

 

Fazit

„An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal für die Unannehmlichkeiten bei unseren Kunden entschuldigen,“ betont der Geschäftsführer Ronald Roepke. „Eine solche Situation gehört glücklicherweise nicht zum Alltag der wvr. Es hat sich aber gezeigt, dass wir mit unserem Notfall-Maßnahmeplan gut vorbereitet sind, auch wenn er an manchen Stellen angepasst werden muss. Wir haben daraus lernen können. Letztendlich stand die Sicherheit der Kundinnen und Kunden stets im Vordergrund.“

Sollten nun noch Fragen offen sein, können diese gern per Mail an die wvr weitergeleitet werden.