28.05.2019 Anlässlich der Agrarministerkonferenz war am 11.04.2019 ein ZDF-Fernsehteam zu Gast bei der wvr, um einen Beitrag über das Thema Nitrat im Grundwasser zu produzieren. Geschäftsführer Ronald Roepke begleitete die Dreharbeiten und stand außerdem für ein Interview zur Verfügung. Ort des Geschehens war das Wasserwerk in Ingelheim, denn anhand der dortigen Belastung des Rohwassers durch Nitrat wird klar erkennbar, welch eine Herausforderung diese Thematik für die Wasserversorgung darstellt.

Interview mit dem Geschäftsführer Ronald Roepke

Der Grenzwert, der im Trinkwasser nicht überschritten werden darf, liegt bei 50 mg/l Nitrat. Das Rohwasser in diesem Gebiet weist eine Belastung von 50 bis 60 mg/l auf. In dieser Form kann die wvr das Wasser nicht direkt an den Verbraucher weitergeben. Zur Zeit ist es daher notwendig, Wasser mit geringem Nitratgehalt beizumischen, das aus Guntersblum quer durch Rheinhessen gepumpt werden muss. Auf diese Weise wird der Wert im Ingelheimer Werk auf ungefähr 30 mg/l gesenkt. Erst dann wird das Trinkwasser an den Kunden weitergegeben.

„Dieser Prozess ist bereits jetzt mit einem hohen Kostenaufwand verbunden. Wenn sich nichts ändert, wird es zusätzlich notwendig, in teure Aufbereitungsanlagen zu investieren. Diese Anlagen sind sehr energieintensiv, zudem entstehen Abfallprodukte, die dann auch für sehr viel Geld entsorgt werden müssen. Das treibt dann natürlich auch die Kosten für den Wasserpreis immens nach oben“ betont Roepke im Interview.

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Mediathek vom ZDF unter folgendem Link: ZDF-Beitrag

Grundwasserleiter verfügen bis zu einem gewissen Grad über die Fähigkeit, das eingedrungene Nitrat abzubauen. Diese lässt jedoch im Laufe der Zeit immer mehr nach. Eine im Auftrag der wvr erstellte Studie zeigt auf, dass im Untergrund des Gewinnungssystems Ingelheim noch ein Nitratabbauvermögen in der Größenordnung von 50% existiert. Das bedeutet, dass der vorhandene Nitrateintrag doppelt so hoch ist, wie die Messwerte im Rohwasser anzeigen. Ab einem Nitratwert von 37,5 mg/l gelten Grundwasserkörper als stark belastet. Um diesen Bereich zu unterschreiten, müsste zukünftig der Nitrateintrag um mindestens 30% reduziert werden. Da das Nitratabbauvermögen des Untergrundes endlich ist, könnte sich die Reduktionserforderniss jederzeit sogar auf 60% erhöhen.

Das relativiert für den Standort Ingelheim die pauschale Reduktion von 20%, welche von der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft im Zuge der Verschärfung der Düngeverordnung vorgeschlagen wurde und erheblichen Widerstand der Agrarseite hervorgerufen hat.ZDF-Dreharbeiten Ingelheim