Ronald Roepke, der Geschäftsführer der Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz GmbH (wvr) war kürzlich zu Gast bei der Rheinpfalz in Kirchheimbolanden. Auf der Terrasse der Redaktion ging es im Gespräch mit Thomas Behnke um die Situation der Wasserversorgung in der VG und der Stadt Kirchheimbolanden.

Ein zentrales Thema war dabei vor allem die im Juni für diese Region ausgesprochene Bitte, sparsamer mit dem Trinkwasser umzugehen. Im letzten Sommer war es nicht nötig gewesen, eine derartige Bitte auszusprechen. Die Wasserversorgung konnte, trotz der Hitze 2018, stets gewährleistet werden. Bei dem Treffen erläuterte Roepke ausführlich die Gründe, die in diesem Jahr zu dieser Situation geführt haben. So sorgten die enorme Hitze und die sehr trockene Witterung für eine überdurchschnittlich hohe Wasserabnahme. Der Hochbehälter Kuhkopf konnte jedoch kurzzeitig nicht durch das Wasserwerk Guntersblum zusätzlich gefüllt werden, aufgrund eines Rohrbruchs in einer der vorgelagerten Leitungen zwischen Ilbesheim und Bischheim.

Auch wenn der Rohrbruch nach einigen Stunden wieder behoben werden konnte, hatte der Wasserspeicher Probleme, den Füllstand auf einem höheren Niveau wieder zu stabilisieren.

Roepke erläutert, dass dies noch keine Krise gewesen sei, jedoch war es wichtig, in diesem Moment zu handeln und die Kundinnen und Kunden zu dem Thema zu sensibilisieren. Dank deren Mithilfe, den niedrigeren Temperaturen der folgenden Tage und dem Beginn der Ferien war es kurz darauf auch möglich, dass der Wasserpegel im Behälter wieder ein höheres Niveau erreichen konnte.

Wassersituation KIBO 2019

Behnke merkte an, das durch diese Bitte um Sparsamkeit alte Erinnerungen an den heißen Sommer im Jahr 2005 wach gerufen wurden, als man noch nicht Teil der wvr war und im Raum Kirchheimbolanden das Wasser mithilfe von Tankwagen geliefert werden musste, um die Versorgung zu gewährleisten. „So schlimm war es diesmal selbstverständlich nicht“, betont Roepke. „Dennoch wird durch die diese Situation deutlich, wie wichtig es ist, das lokale System durch den überregionalen Verbund der wvr zu stärken.“

So wird die vom Rohrbruch betroffene Leitung noch einmal genauer überprüft, zumal es sich hier um eine wichtige Verbindungsleitung nach Guntersblum handelt. Desweiteren wird eine neue Pumpe in Betrieb genommen, die zukünftig auch ermöglicht, dass der Hochbehälters Kuhkopf mit Wasser aus den Brunnen in Oberwiesen gestützt werden kann.

Vor dem Hintergrund des Klimawandels und des stetigen Bevölkerungswachstums gibt Roepke zusätzlich einen Überblick über einige der zukunftsorientierten Investitionen, die die wvr auf der Agenda hat, um die Versorgungssicherheit auch langfristig gewährleisten zu können.

Vor allem sollen die Wasserbehälter, Brunnen und Anlagen der wvr entsprechend erweitert und gestärkt werden. Ein Beispiel ist der Bau der vierten Wasserkammer in Wintersheim. Hier wurde das Fassungsvolumen von 7.000 auf 20.500 m2 erweitert. Die Gesamtkosten belaufen sich dabei auf 4,1 Millionen Euro. Dies soll einen großen Beitrag dazu leisten, die Versorgung der Bevölkerung in der Zukunft zu stützen und zu sichern.

Veröffentlicht wurde der entsprechende Artikel in der Samstagsaugabe der Donnersberger Rundschau am 27.07.19 unter dem Titel „Robust und solide aufgestellt“.