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21.12.2018 Die wvr hat sich als Unternehmen in den vergangenen Jahren neu positioniert. Mit dem Wechsel der Geschäftsführung 2016 folgte ein Jahr der intensiven Vorbereitung und Weichenstellung, um sich 2018 neu aufzustellen. Neben einer veränderten Organisationsstruktur erfolgte ein Strategiewechsel, der sich in vielen Arbeitsfeldern der wvr spiegelt, um den neuen Herausforderungen gerecht zu werden.

Herausforderungen: Klimawandel

 

Die Auswirkungen des Klimawandels und das damit verbundene Thema der Versorgungssicherheit waren in diesem Sommer für jeden Bürger spürbar. Während einige Gemeinden in Deutschland zum Wasser sparen aufrufen mussten, wurden  die Spitzenbedarfe der wvr – Kunden ohne Einschränkung bedient. Allerdings waren logistische Höchstleistungen auf der personellen und technischen Ebene  dazu notwendig.  Um diesen enorm schwankenden Nachfragen - Hitzeperioden, aber auch Starkregenereignisse - auch in der Zukunft entsprechend sicher begegnen zu können, sind hohe Investitionen in Sicherheit und Technik unabdingbar.  

Herausforderungen: Substanzerhalt und Kapazitätserweiterungen 

Bereits 2017 wurde ein 10-Jahres-Plan erstellt, um die strategische Ausrichtung der wvr festzulegen. Ersten Untersuchungen und Asset-Simulationen zufolge, hat sich eine deutliche Erhöhung der Investitionen zur Substanzerhaltung als zwingende Notwendigkeit heraus gestellt. So stehen 95 Hochbehälter im über 800 km² großen Versorgungsgebiet als Wasserspeicher zur Verfügung; bei 19 Anlagen besteht dringender Handlungsbedarf hinsichtlich Kapazitätserweiterungen. Begonnen wurde bereits mit dem übergeordneten und größten Bauwerk, dem Haupthochbehälter in Wintersheim, der voraussichtlich im Mai 2019 in Betrieb genommen werden kann.

Herausforderungen: Erneuerungsbedarf im Netz 

Bei der Wasserversorgung wird zwischen Transport-, Versorgungs- und Hausanschlussleitungen unterschieden, die in der Summe eine Länge von rund 2.553 km haben. Betrachtet man nun die verschiedenen Szenarien, denen unterschiedliche Leitungslebensalter zu Grunde liegen, zeigt sich, dass der Erneuerungsaufwand sich in den kommenden Jahren vervielfachen muss. Laut der Statistik für Wasserverluste charakterisieren seit Jahren nur „geringe Wasserverluste“ die wvr als nachhaltig.  Das soll auch zukünftig so bleiben. Zudem ist jeder Rohrbruch ein Ärgernis für unsere Kunden, das wir vermeiden wollen.

Herausforderungen:Kostensteigerungen 

Ein Indikator für die Geldwertentwicklung eines Landes ist die Inflationsrate, die insbesondere in den vergangenen beiden Jahren eine Verteuerung des „Lebens“ wiederspiegelt. Die Wasserversorgung ist zudem ein energieintensiver Wirtschaftszweig. Als Beitrag zum Umweltschutz nutzt die wvr dabei nur Ökostrom. Um den Strombedarf zu reduzieren und somit dem Kostentreiber Strom entgegen zu wirken, wurden alle Energieprozesse durchleuchtet und effizient angepasst. Die erneute Zertifizierung zum gelungenen Energiemanagement ist eine wegweisende Auszeichnung. Trotzdem muss sich die wvr den ständig steigenden Stromkosten stellen.

Gleiches gilt auch für steigende Personalkosten.  Die wvr ist ein attraktiver Arbeitgeber aus der Region, der seine qualifizierten Mitarbeiter fair nach Tarif entlohnt.

Dienstleistungen anderer Betriebe aus der Region haben sich ebenfalls verteuert. So sind beispielsweise die Kosten für Tiefbauarbeiten in den vergangenen Jahren um ein Viertel gestiegen. 

Refinanzierung   

Den Kostensteigerungen kann sich die wvr nicht länger entziehen und hat mit dem Beschluss des Aufsichtsrates im Dezember eine Anpassung der Wasserpreise zum 1.1.2019 festgelegt. Aufgrund des durch unterschiedliche Konzessionsabgaben geprägten Tarifsystems, lassen sich die Erhöhungen nicht pauschalisieren, aber anhand von Beispielhaushalten wie folgt darlegen:

Der „Standardhaushalt“ (3-4 Personen Haushalt) im wvr-Altgebiet wird bei einem Bedarf von 150 m³ im Jahr mit 1,74 €/Monat (bzw. 5,72 Cent/Tag) mehr belastet, ein Haushalt im Bereich Alzey muss 2,27 € im Monat bei gleicher Wasserabnahme aufwenden. In den beiden Mainzer Stadtteilen Ebersheim und Laubenheim sind es monatlich 2,00 €. Auf Singlehaushalte mit einem Verbrauch von 40 m³ im Jahr kommen im Altgebiet 0,71 €, in Alzey 1,28 € und in Ebersheim und Laubenheim 0,60 € zusätzlich im Monat hinzu.

„Uns ist bewusst, dass die Tariferhöhung eine Mehrbelastung bedeutet, aber wir hoffen auf das Verständnis unserer Kunden für diesen notwenigen Schritt. Wir verstehen uns als ein verantwortungsbewusstes und nachhaltiges Unternehmen, das sich den veränderten Rahmenbedingungen anpassen muss, um die Versorgungssicherheit weiterhin zu gewährleisten“, so Ronald Roepke, Geschäftsführer der wvr.

Faktencheck: