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Nachtrag zur Abkochempfehlung

SDG icon DE 06Die Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz GmbH (wvr) hat zuletzt eine vorsorgliche Abkochempfehlung für das Versorgungsgebiet einer ihrer 95 Hochbehälter ausgesprochen, vier Tage darauf, am 07.07.2025, wurde diese bereits wieder aufgehoben. 

 

Was ist passiert?
Am späten Nachmittag des 03.07.2025 wurden bei einer routinemäßigen Wasserprobe im Hochbehälter Wörrstadt ein Escherichia coli (E. coli) sowie ein coliformer Keim auf 100 ml analysiert.
Aufgrund der strengen Richtlinien der Trinkwasserverordnung, die einen Wert von null E. coli vorschreibt, wurde daraufhin im engen Austausch mit dem Gesundheitsamt umgehend entschieden, vorsorglich eine Abkochempfehlung auszusprechen.

Wie ging es weiter?
Es wurden sofort weitere Proben an 10 Stellen im gesamten Netz von Wörrstadt und Sulzheim entnommen und eine zusätzliche Desinfektion durch die Zugabe von Natriumhypochlorit in die Wege geleitet.

Aufhebung der Abkochempfehlung
Am 07.07.2025 wurde in Rücksprache mit dem Gesundheitsamt Alzey-Worms die vorsorgli-che Abkochempfehlung aufgehoben, da die Ergebnisse der Wasserprobe vom 04.07.2025 einwandfrei waren.

Zwei mögliche Ursachen
Eine Möglichkeit könnte im Hochbehälter selbst liegen. In den Decken und Wänden einer der beiden Wasserkammern wurden feine Risse entdeckt. Eine grundlegende Sanierung des Behälters wird umgehend nach der Hochsaison angegangen. Auf die Speicherkapazität dieser Wasserkammern kann die wvr in den Spitzenabnahmezeiten auf keinen Fall verzichten, um die Versorgung der Stadt Wörrstadt und der Gemeinde Sulzheim sicherzustellen.
Das ist auch zugleich der Grund, warum vorsorglich weiterhin eine geringe Menge Natriumhypochlorit in den Behälter gegeben wird.
Da bereits die Probe vor Einsetzung der Chlorung (Natriumhypochlorit) wieder unbelastet war, ist es jedoch nicht klar, ob das (der bauliche Zustand) tatsächlich die Ursache war. Es könnte auch zu einem Fehlbefund bei der Probe gekommen sein.

In jeden Fall ist es unser Anliegen, kein Risiko einzugehen. Wir bedauern, dass es für die Betroffenen mit Umständen einherging und versichern, dass wir stets unser Bestes geben, um unseren Kundinnen und Kunden einwandfreies Wasser zur Verfügung zu stellen.

Geringe Zugabe von Natriumhypochlorit
Die Zugabe von 0,3 mg/l Natriumhypochlorit ist im Trinkwassernetz jedoch kaum noch spürbar. Der Gehalt wird jeden Tag überprüft, bereits am Behälterausgang sind lediglich 0,05 mg/l, im Trinkwassernetz 0,01 bis 0,03 mg/l messbar und demnach auch nicht wahrnehmbar. Die Desinfektion mittels Natriumhypochlorit ist gängige Praxis in der Wasserversorgung und wird an anderer Stelle im Versorgungsgebiet sogar dauerhaft verwendet, es entspricht den strengen Richtlinien der Trinkwasserversorgung und hat keinerlei gesundheitliche Auswirkungen.

Engmaschige Kontrollen in Wörrstadt
Zudem erfolgen seit dem Frühjahr besonders engmaschige Kontrollen der Wasserqualität in Wörrstadt, in deren Rahmen ja auch der Befund des einen E. coli auf 100 ml festgestellt wurde. Hintergrund hierfür ist, dass erste Renovierungsarbeiten am Hochbehältergebäude zwar bereits im Frühjahr erfolgen konnten, aber die grundlegende Sanierung aus Gründen der Versorgungssicherheit erst im Herbst begonnen werden kann.

Warum war es lediglich eine Empfehlung, keine Anordnung?
Es handelte sich aus zwei Gründen „nur“ um eine Empfehlung: zum einen war der Befund noch nicht bestätigt, zum anderen war die Menge der E. coli, nämlich 1 E. coli/100 ml so gering, dass für einen Menschen mit gesundem und starken Immunsystem keinerlei Risiko davon ausgeht. Wir wollen es gern einmal ins Verhältnis setzen. In Badegewässern spricht man beispielsweise je nach Gewässerart bei einem Wert von 250 – 500 E. coli/100 ml von einer ausgezeichneten Qualität, 500 bis 900 E. coli/100 ml gelten sogar noch als ausreichend. Ein weiteres Beispiel sind die privaten Plantschbecken im Sommer, die meist als Abkühlung für die Kleinen dienen und in der Regel ungechlort sind. Auch hier finden sich oftmals E. coli im Wasser.
Natürlich wissen wir: es hat nicht jeder Mensch ein gesundes bzw. starkes Immunsystem. Säuglinge, Senioren, kranke Menschen sind anfälliger für Krankheiten. Deswegen arbeiten wir auch in Abstimmung mit den zuständigen Gesundheitsämtern und nach deren Vorgaben zusammen und sprechen, wie in diesem Fall, vorsorglich eine Abkochempfehlung aus.

(Stand: 14.07.2025)