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TRINKWASSER für Sie

ÖkoWasEng

Ökologisch orientiertes Wasserressourcenmanagement in Engpassregionen akzeptanzorientiert gestalten

Ausgangslage und Problemstellung

Die Klimawandelfolgen haben einen starken Einfluss auf die Sicherheit der Trinkwasserversorgung. Sie beeinträchtigen die Entwicklung des Grundwassers und treiben gleichzeitig die Spitzenabnahmen von Trinkwasser in die Höhe. Die Region Rheinhessen ist dabei eine der trockensten und klimasensitivsten in Deutschland und verzeichnet einen Rückgang von rd. 40 % der Grundwasserneubildung in den vergangenen Jahren. Zeitgleich bewirken Bevölkerungswachstum und Ansiedlung von Industrie und Gewerbe für eine erhöhte Abnahme von Trinkwasser. Dazu werden Nutzungskonkurrenzen verstärkt, da auch die Landwirtschaft und die Umwelt unter den Folgen des Klimawandels leiden. Es zeigt sich: Es ist elementar, innovative Konzepte zu entwickeln, die bestenfalls die Interessen aller Stakeholder einbeziehen.
Der Dialog zwischen den Stakeholdern ist aufgrund von verschiedenen Wertesystemen und -maßstäben erschwert. Wasserrechtliche Genehmigungsverfahren sind langwierig, kostenintensiv und kompetitiv. Hier soll das Projekt ÖkoWasEng ansetzen.

(Weitere Informationen zum Thema Klima und Wasser unter: Klimabetroffenheit)

Konzept Nordgalerie

Der Grundgedanke ist die Gewinnung von Rohwasser aus Uferfiltrat in Kombination mit aktiven Grundwasseranreicherungsverfahren, sogenannte Managed Aquifer Recharge Systeme (MAR) als klimaresistentes Versorgungskonzept. Die Technologie MAR ist eine Möglichkeit, den Wasserhaushalt durch die punktuelle Infiltration von Wasser in den Grundwasserleiter zu stützen. Die wasserwirtschaftlichen und ökologischen Wirkungen sollen exemplarisch anhand des Projekts „Nordgalerie“ untersucht werden. Ausgangspunkt für die Betrachtung der Wirkungsbeziehung ist, der durch den Klimawandel beeinflusste, zukünftiger Zustand. Hierdurch soll der Fokus stärker auf die gemeinsamen Interessen der Stakeholder im Bereich Klimaanpassung gelegt und somit eine stärkere Akzeptanz geschaffen werden. Die Nordgalerie soll zukünftig die Trinkwasserversorgung im Gebiet der Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz GmbH (wvr) sichern. Der Umsetzungsort ist nördlich der bestehenden Uferfiltratgewinnung geplant. Das Grundwasser in diesem Bereich ist nicht ausreichend, um die Trinkwasserversorgung zu sichern. Der steigende Bedarf muss jedoch gedeckt werden. Daher haben die wvr und das Institut für Wasserforschung gemeinnützige GmbH (IWW) eine Analyse der potenziell nutzbaren Wasserreserven durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass der Porengrundwasserleiter am Rhein, d.h. die Nordgalerie, die wichtigste Option für die wvr ist. Der Standort liegt in der Rheinaue, nahe eines Natura2000 Gebiets. Neben der Gewinnung soll eben auch ein MAR umgesetzt werden. Dieses ist das Kernelement des angestrebten Gebietswassermanagements.

Ziel von ÖkoWasEng

Das Ziel des Projekts ÖkoWasEng – „Ökologisch orientiertes Wasserressourcenmanagement in Engpassregionen akzeptanzorientiert gestalten“ ist die Schaffung einer Grundlage für einen sachlichen und konsensorientierten Austausch und die dadurch resultierende Auflösung von Nutzungskonkurrenzen. Die Hemmnisse der Stakeholder sollen hierfür identifiziert werden, unterschiedliche Gebietswassermanagementszenarien verglichen, die Ökosystemleistungen bewertet und eine Optimierung des Gebietswassermanagements durchgeführt werden. Dazu wird das Projekt „Nordgalerie“ als Fallstudie zur Methodenentwicklung und -validierung genutzt. Anhand der Ergebnisse soll ein übertragbarer Leitfaden zur Vorbereitung von wasserwirtschaftlichen Maßnahmen und wasserrechtlicher Planungsverfahren erstellt werden.

Förderung und Konsortium

Förderung durch Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Beauftragte Laufzeit: 24 Monate 

Kooperationspartner:

  • Institut für Wasserforschung gemeinnützige GmbH (IWW)

  • Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz GmbH (wvr)

  • Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW)

Arbeitspakete

Arbeitspaket 1: Bestandsaufnahme

Erfolgt durch:  WVR, IWW, DVGW

  • Gegenüberstellung von alternativen Gebietswassermanagementkonzepten (Status Quo vs. ASTR-Lösung „Nordgalerie“ in unterschiedlichen Klimaszenarien)
  • Identifikation von Akzeptanzhindernissen der Stakeholder auf Basis von Einzelinterviews mit den Stakeholdern
Arbeitspaket 2: Ökologisch-ökonomische Analyse des Gebietswassermanagementkonzepts

Erfolgt durch: IWW, wvr

Ziel:

  • Numerische Modellierung der wasserwirtschaftlichen Zukunftsszenarien für Guntersblum
  • Analyse des Impacts auf das Ökosystem anhand von Ökosystemleistungen unter Nutzung wasserwirtschaftlicher Szenarien (Wirkungszusammenhänge)
  • (Semi-)Quantitative Bewertung der veränderten Ökosystemleistungen je Modellszenario
Arbeitspaket 3: Ökologische Optimierung des Gebietswassermanagementkonzepts

Erfolgt durch: IWW, wvr

Ziel:

  • Identifikation von Ökosystemleistungen, die durch unterschiedliche Gebietswassermanagementkonzepte positiv oder negativ beeinflusst werden
  • Herleitung von Maßnahmen (z.B. technische Maßnahmen, Kompensationsmaßnahmen) zur Eingrenzung potenziell negativer Effekte auf Ökosystemleistungen und damit einhergehend Förderung der Akzeptanz bei den Stakeholdern
Arbeitspaket 4: Partizipation & Transfer

Erfolgt durch: DVGW, IWW, wvr

Ziel:

  • Information und aktive Beteiligung der Stakeholder am Planungsprozess
  • Aufzeigen von kommunikativen und modellgestützten Methoden, die es Wasserversorgungsunternehmen ermöglichen in einem konsensorientierten Austausch, planungskritische Stakeholderinteressen im Vorfeld des wasserrechtlichen Bewilligungserfahrens zu identifizieren und aufzulösen
  • Verringerung der Nutzungskonkurrenzen durch konsensfähige Gestaltung des Gebietswassermanagements

Aktuelles