Einweihung der Hybrid-Netzersatzanlage in Guntersblum

SDG icon DE 06„Wasser! Und das sicher!“ Mit diesen Worten trat Ronald Roepke, Geschäftsführer der Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz GmbH (wvr) im letzten Jahr vor den Gemeinderat in Guntersblum, um die Notwendigkeit einer Absicherung des Wasserwerks in Guntersblum zu unterstreichen. Zwar ging es hier um den Bau einer Freiflächenphotovoltaikanlage, jedoch wäre diese nur eine Ergänzung des Projekts, das in eben jenem Jahr bereits in der Umsetzung war und am 25.05.2022 eingeweiht wurde. Der Bau einer Hybrid-Netzersatzanlage (Hybrid-NEA), um das wichtigste Wasserwerk der wvr bei einem Blackout abzusichern. Rund 300.000 Menschen wären davon betroffen, wenn hier der Strom ausbliebe, denn mehr als 80% des gesamten Trinkwassers der wvr stammt aus Guntersblum.

Die Gewinnung, Aufbereitung und der Transport von Trinkwasser sind energieträchtige Prozesse, das heißt, ohne Strom gäbe es auch kein Trinkwasser. Durch die Hybrid-NEA wird demnach die Versorgungssicherheit in Rheinhessen und der Nordpfalz deutlich erhöht und dem Ausfall der Trinkwasserversorgung bei einem flächendeckenden Stromausfall entgegengewirkt.

Rund 80 Gäste nahmen an der Einweihung der Netzersatzanlage Teil. Grußworte gab es dabei von Peter Lauwe vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Andreas Christ vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität RLP,  Dorothea Schäfer, Landrätin des Landkreises Mainz-Bingen, Heiko Sippel, Landrat des Landkreises Alzey-Worms, Prof. Jamill Sabbagh, Kreisbeigeordneter des Donnersbergkreises und Markus Conrad, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der wvr. Alle Rednerinnen und Redner waren sich einig, dass die neue NEA eine wichtige Vorsorgemaßnahme für die Versorgungssicherheit der Region darstellt und lobten das Engagement der wvr im Bereich des Risikomanagements. 

Aufgrund des Zusammenbruches der Lieferketten waren zeitliche Verzögerungen bei diesem Projekt nicht zu vermeiden, sodass noch ein paar Restarbeiten ausstehen. Um das Schutzschild betriebsbereit zu haben, muss die neue Anlage noch vollständig eingebunden werden. Dann kann das Wasserwerk im Notfall 72 Stunden autark weiterbetrieben werden.

Die Anlage setzt sich dabei aus einem klassischen Diesel-Aggregat und einer Unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV), also einem Batteriespeicher, zusammen. Denn das Wasserwerk würde bei Netzstörungen auch mit einer NEA zunächst ausfallen und müsste in einem aufwendigen Prozess wieder angefahren werden, nachdem die NEA gestartet und hochgefahren ist. Dank der USV kann diese Unterbrechung jedoch vermieden werden. Gemeinsam bilden die Komponenten die sogenannte Hybrid-NEA.

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 4. Mio €, wobei es mit 800.000 € vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gefördert wurde. Zusätzlich wurden 2 Mio. € in die reguläre Stromversorgung des Wasserwerks investiert und die dortige Trafostation erneuert. Beide Anlagen sind hochwassersicher ausgebaut und gegen Erbeben der Zone 2 abgesichert.

„Diese Hybrid-NEA ist für uns ein wesentlicher Meilenstein zur Erhöhung der Resilienz unseres Unternehmens“, betont Roepke. „Der Nachteil dabei ist jedoch der hohe Diesel-Kraftstoffverbrauch. Dem möchten wir mit dem Bau einer PV-Anlage in Guntersblum begegnen. Im Fall eines Blackouts, könnten wir das Wasserwerk dann auch deutlich länger als 72 Stunden betreiben und außerdem einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Doch aktuell freuen wir uns, dass wir den ersten Teil der Reise erfolgreich abschließen konnten.“

 In unserem Wasserblog finden Sie weitere Infos rund um die Hybrid-NEA: Risikomanagement

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