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wvr macht Trinkwasserversorgung leistungsfähiger und resilienter

SDG icon DE 09Nach rund 20 Monaten Umbauzeit hat die Wasserversorgung Rheinhessen-Pfalz GmbH (wvr) den Förderbrunnen 10 der Uferfiltratgalerie am Guntersblumer Rheinufer wieder in Betrieb genommen. Damit konnte nun bereits der zweite Brunnenumbau abgeschlossen werden und die Vorbereitungen für die Sanierung eines weiteren Brunnens laufen bereits an. Um sich persönlich ein Bild von der Situation zu machen, war Dr. Erwin Manz, Staatssekretär des rheinlandpfälzischen Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität (MKUEM) zu Gast in Guntersblum.

Die Erhöhung von Förderkapazitäten ist ein wichtiger Baustein des Zukunftsplanes Wassers des Landes Rheinland-Pfalz und auch des konkreten Maßnahmenpaketes der wvr, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Entsprechend zuversichtlich zeigt sich wvr-Geschäftsführer Ronald Roepke bei dem Vor-Ort Termin: „Vor dem Hintergrund der aktuell spürbaren Auswirkungen des Klimawandels – etwa durch den Einfluss von Hitze und Trockenheit – wird uns noch einmal vor Augen geführt, wie notwendig unsere Investitionen in die Zukunft unseres Standorts sind“, erklärt Roepke.
Ungemein wichtig ist zudem, dass das MKUEM diese Auffassung nicht nur teilt, sondern die bedeutende Maßnahme mit einer Fördersumme von 800.000 € unterstützt hat. „Solche Maßnahmen, die die Verfügbarkeit unseres Lebensmittels Nummer eins sicherstellen, unterstützen wir gerne. Denn: Die Gewährleistung einer stabilen und zuverlässigen Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist eines der wichtigsten Themen für unsere Zukunft. Durch die Sanierung des Brunnens 10 steht dieser wieder mit seiner vollen Förderkapazität zur Verfügung“, so Dr. Manz.
„Mit der nun erfolgten Erhöhung der Förderkapazität gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt zu mehr Versorgungssicherheit“, ergänzt Roepke, „als zweitgrößter Wasserversorger in Rheinland-Pfalz tragen wir immerhin Verantwortung für rund 300.000 Menschen in unserer Region, die über die wvr ihr Trinkwasser beziehen“.
Die Investitionen der wvr in ihre Infrastruktur zielen darauf ab, nicht nur die einwandfreie Trinkwasserversorgung zuverlässig aufrechtzuerhalten, sondern sich in Zeiten des Klimawandels auch resilienter, also widerstandsfähiger aufzustellen. Besonders in den Sommermonaten kommt es immer wieder zu Bedarfsspitzen, also erhöhten Wasserabnahmen, die die Gewinnungsanlagen belasten. Auch landesweit werden die aktuellen Kapazitäten der Wasserversorgungsunternehmen im Hinblick auf die zukünftige Wasserversorgung im Klimawandel knapper.

Schon heute fehlen rund 25% und in Rheinhessen sogar 40% bei der Grundwasserneubildung. Das bedeutet, dass laut des Worst-Case-Szenarios des Wasserversorgungsplans Rheinland-Pfalz 2022, Teil 2 Sensitivitätsanalyse (MKUEM 2025) sogar, “bei knapp einem Drittel der Versorger sowie bei vier Beschaffern es zu Lieferengpässen kommen kann“. Die wvr gehört, insbesondere aufgrund der unternommenen Anstrengungen, nicht zu dem Kreis der wahrscheinlich Betroffenen.

Zudem arbeitet das Unternehmen innerhalb mehrerer Forschungsprojekte an innovativen Konzepten, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen. „Wir haben dem Land Rheinland-Pfalz und unseren Nachbarn bereits Unterstützung angeboten. Denn nur gemeinsam können wir den zu erwartenden Folgen durch den Klimawandel mit passenden Handlungsschritten begegnen,“ ergänzt Roepke.
Einer der nächsten Schritte ist der Aufbau der geplanten Nordgalerie, also der Erweiterung des Wassergewinnungsstandorts in Guntersblum. Hier ist bereits eine Machbarkeitsstudie erfolgreich durchgeführt worden – mit finanzieller Unterstützung durch das Land Rheinland-Pfalz. Im kommenden Jahr soll mit dem Bau eines Pilotbrunnens begonnen werden. Hierfür liegt ebenfalls eine Förderzusage des Landes vor.

Hintergrundinfos:

  • Der Brunnen 10 kann zukünftig statt 135 m³/h bis 300 m³/h Wasser fördern; die Uferfiltratgalerie in Guntersblum besteht aus 10 Brunnen.
  • Die Gesamtinvestition beträgt für den Umbau rund 2 Mio. €; das MKUEM hat eine Fördersumme von 800.000 € zur Verfügung gestellt.
  • Für den Umbau wurden die alten Brunnen jeweils zunächst zurückgebaut und anschließend überbohrt, d.h. der vorhandene Brunnenschacht wurde vergrößert, um dadurch einen leistungsfähigeren Brunnen zu erhalten. Zusätzlich wird die Stromversorgung der Brunnen verstärkt, um den für die erhöhte Förderkapazität ansteigenden Strombedarf auch bewältigen zu können.
  • Neben einer ökologischen Baubegleitung ging der gesamten Baumaßnahme bereits die Umsiedlung der streng geschützten Zauneidechse voraus. 23 Individuen aller Altersklassen dieser Reptilienart wurden im Frühsommer 2024 artgerecht in ein über 2.000 m² großes Habitat umgesiedelt.

Ronald Roepke, Erwin Manz und Philipp Held vor dem sanierten Brunnen, in Winterkleidung und mit Teebecher in der Hand.V.l.n.r.: Ronald Roepke, Dr. Erwin Manz und Philipp Held (Prokurist wvr) vor dem sanierten Brunnen   Ronald Roepke und Erwin Manz von hinten, sie stehen vor dem Materiallager für die Baustelle des Brunnen 4.V.l.n.r.: Ronald Roepke und Dr. Erwin Manz vor dem Materiallager für die Sanierung des nächsten Brunnens.

(Stand: 03.12.2025)