Neue Staatssekretärin besucht wvr
Am 14.08.2026 durfte die wvr Dr. Kristina Brixius als neue Staatssekretärin für Umwelt und Forsten des Ministeriums für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz (MLWUF) im Wasserwerk Guntersblum begrüßen. Im Rahmen des Termins erhielt Frau Dr. Brixius einen Eindruck von der aktuellen Situation der Trinkwasserversorgung auf Bundes- und Landesebene sowie der Region.
Welche Herausforderungen dabei die Klimawandelfolgen mit sich bringen und wie die strategisch vorausschauenden Lösungskonzepte der wvr zur Bewältigung ausschauen, standen dabei besonders im Fokus. Die Sommerereignisse 2026 zeigen, dass Trinkwasserversorgung nicht erst bei leeren Brunnen gefährdet ist. Bereits Spitzenlasten, Speicherdefizite, Transportkapazitäten und Fremdbezugslimits können eine Versorgungslage kritisch machen. „Die wvr ist durch Rhein-Uferfiltrat und insbesondere dem Gewinnungsstandort Guntersblum vergleichsweise robust aufgestellt,“ hält wvr Geschäftsführer Ronald Roepke fest, „aber die Region braucht jetzt vorsorgende Investitionen in Gewinnung, Aufbereitung, Speicher, Energie, Verbund und Monitoring. Klimafeste Wasserrechte, beschleunigte Genehmigungsverfahren und klare Priorisierungsregeln sind Voraussetzung, damit Versorgungssicherheit, Naturschutz, Landwirtschaft und wirtschaftliche Entwicklung zusammengedacht werden können.“ Die wvr hat bereits frühzeitig eine holistische Anpassungsstrategie an den Klimawandel entwickelt. Der Ausbau des Gewinnungsstandortes Guntersblum spielt hier durch seine besondere hydrogeologische Struktur eine entscheidende Rolle – für die wvr , aber auch für RLP.
Das sieht auch das Ministerium so und das MLWUF stuft nach erfolgreicher Machbarkeitsstudie das gemeinsame Vorhaben “Nordgalerie“ als regionales Modellprojekt zur klimaresilienten Trinkwasserversorgung im Sinne des Zukunftsplans Wasser Rheinland-Pfalz ein. Diese Einstufung ist keine Genehmigungszusage, sondern ein Mandat für einen strukturierten Prüf-, Beteiligungs- und Umsetzungsprozess. Der Bau eines Pilotbrunnens ist für 2026 vorgesehen und wird durch das MLWUF finanziell unterstützt. Die Umsetzung der Nordgalerie soll in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag geregelt werden.
Die wvr freut sich sehr, das Land Rheinland-Pfalz als starker, kompetenter und verlässlicher Partner bei der Umsetzung einer überregionalen Lösung zu unterstützen“, betont Roepke.
Bei der Besichtigung der Hybrid-Netzersatzanlage, der Freiflächen- Photovoltaikanlage, der Aufbereitungsanlage des Wasserwerks und der bestehenden sowie geplanten Brunnengalerie am Rhein konnte sich Frau Dr. Brixius dann selbst direkt ein Bild davon machen, wo die wvr bereits ins Handeln gekommen ist. Bei der Brunnengalerie entlang des Rheins stachen bei der Weiterfahrt drei Uferfiltratbrunnen besonders hervor. Hier wurde die aufwändige Überbohrung der Brunnen bereits abgeschlossen, ein weiterer, wesentlicher Baustein der Kapazitätserweiterung, um die Trinkwassergewinnung „zukunftsfit“ zu gestalten. Die Vorbereitung für die Verstärkung des vierten Brunnens sind getroffen, konkret wird es im Herbst, wenn der Wasserbedarf abnimmt.
Auf dasselbige Konto, die Wasserversorgung der wvr auch für die kommenden Generationen sicher aufzustellen, zahlt auch der geplante Ausbau der Nordgalerie ein. Nördlich der bisherigen Brunnengalerie sollen zehn weitere Brunnen zur Uferfiltratgewinnung entstehen. Mit dieser Maßnahme, die auch als zentrale Antwort auf die Klimawandelfolgen gesehen werden kann, will die wvr einen großen Schritt vorangehen, um langfristig die Versorgungssicherheit der Region und unter Umständen auch überregional zu sichern, ganz im Sinne des Zukunftsplans Wasser des Landes Rheinland-Pfalz.
„Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Gleichzeitig ist eine verlässliche Wasserversorgung unverzichtbarer Baustein für die wirtschaftliche Entwicklung im Land. Als zweitgrößter Wasserversorger in Rheinland-Pfalz engagiert sich die wvr mit besonderer Weitsicht für eine resilientere Wasserversorgung. Der systematische Ansatz der wvr sieht vor, die Versorgungssicherheit im Regelbetrieb zu stärken sowie Vorkehrungen zu treffen, um die Wasserversorgung auch in Krisenzeiten möglichst lange aufrechtzuerhalten, “ stellt Dr. Kristina Brixius heraus. Für beide Seiten war es ein spannendes Kennenlernen mit einem konstruktiven Austausch.
Frau Dr. Kristina Brixius nahm sich gemeinsam mit Ihren Ministeriumskolleginnen und Kollegen, Andreas Christ, Vera Krahn, Marie Kirsch, Dr. Kristin Schaefer, Thomas Jung und Christian Iber, sowie Manfred Schanzenbächer von der SGD Zeit für den Austausch.





